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Monat: Januar 2017

Einkaufen in Singapur

Einkaufen in Singapur

Nun bin ich mehr als acht Monate in Singapur. Zum Jahresanfang (ok, schon wieder etwas her) ist es wohl Zeit, ein kurzes Zwischenfazit zu ziehen. Habe ich es bisher bereut, auf die andere Seite der Welt zu ziehen? Das kann ich mit einem ganz klaren Nein, auf keinen Fall beantworten. Klar ist es schwer, Freunde und Familie zurückzulassen und Abschied zu nehmen. Dafür lernte ich hier aber im Gegenzug so viele neue nette und tolle Leute kennen, denen ich sonst nie begegnet wäre.

Einige Dinge laufen hier aber doch im Alltag etwas anders, als man es von zu Hause gewohnt ist. Dazu möchte ich hier eine kleine Serie starten, und diese Besonderheiten beschreiben. Und womit kann man in Singapur besser starten, als mit Shopping – im Supermarkt.

Supermärkte scheinen über chronischem Platzmangel zu leiden. Die Gänge sind so eng, dass man gerade so aneinander vorbeigehen kann. Wenn nicht jeder noch einen Einkaufskorb dabei hätte… Das wäre noch zu verkraften, wenn die Singapurer nicht immer und zu jeder Zeit einkaufen gehen würden. Egal wann man wo ist, es ist immer was los. Und somit ist es schon eine Kunst, sich durch die engen und teilweise verwinkelten Gänge zu schlängeln, um das zu finden, was man haben möchte. Mit dem Korb geht’s danach zur Kasse. Dort ist die Lieblingsbeschäftigung der Singapurer angesagt: Schlange stehen. Wenn man unterwegs ist, findet man immer irgendwo eine: Beim Bäcker, beim Geldautomaten, vor einem Restaurant, oder eben im Supermarkt. Den Grund dafür bemerkt man, wenn man endlich dran ist. Denn kassiert wird im Schneckentempo. Es kommt mir teilweise so vor, dass hier ein Artikel gescannt wird, während in der gleichen Zeit bei Aldi ein ganzer Kunde durchgeschleust wird. Vielleicht liegt es ja daran, dass gefühlt jeder Artikel in seine eigene Plastiktüte gepackt wird. Schwere Sachen, wie z.B. Wasserflaschen werden auch gerne mal in zwei Tüten gepackt, damit sie nicht reißen. Einmal habe ich den Fehler gemacht ohne eigene Stofftaschen oder Rucksack einkaufen zu gehen und hatte dann doch am Ende etwas mehr gekauft. Anschließend die ca 10 Plastiktüten nach Hause zu bekommen war alles andere als leicht. Denn um die MRT (=U-Bahn) zu nutzen, musste ich irgendwie meine EZ-Link Karte (= Fahrkarte) aus der Hosentaschen heraus auf den Scanner bekommen. Es war jedenfalls ein ganz schöner Akt, bis ich daheim war. Seitdem gehe ich nie mehr ohne Rucksack einkaufen und sage immer schön „no bags, please“. Ausser ich brauche mal wieder welche für den Müll.

Mein Einkauf