Einkaufen in Singapur

Einkaufen in Singapur

Nun bin ich mehr als acht Monate in Singapur. Zum Jahresanfang (ok, schon wieder etwas her) ist es wohl Zeit, ein kurzes Zwischenfazit zu ziehen. Habe ich es bisher bereut, auf die andere Seite der Welt zu ziehen? Das kann ich mit einem ganz klaren Nein, auf keinen Fall beantworten. Klar ist es schwer, Freunde und Familie zurückzulassen und Abschied zu nehmen. Dafür lernte ich hier aber im Gegenzug so viele neue nette und tolle Leute kennen, denen ich sonst nie begegnet wäre.

Einige Dinge laufen hier aber doch im Alltag etwas anders, als man es von zu Hause gewohnt ist. Dazu möchte ich hier eine kleine Serie starten, und diese Besonderheiten beschreiben. Und womit kann man in Singapur besser starten, als mit Shopping – im Supermarkt.

Supermärkte scheinen über chronischem Platzmangel zu leiden. Die Gänge sind so eng, dass man gerade so aneinander vorbeigehen kann. Wenn nicht jeder noch einen Einkaufskorb dabei hätte… Das wäre noch zu verkraften, wenn die Singapurer nicht immer und zu jeder Zeit einkaufen gehen würden. Egal wann man wo ist, es ist immer was los. Und somit ist es schon eine Kunst, sich durch die engen und teilweise verwinkelten Gänge zu schlängeln, um das zu finden, was man haben möchte. Mit dem Korb geht’s danach zur Kasse. Dort ist die Lieblingsbeschäftigung der Singapurer angesagt: Schlange stehen. Wenn man unterwegs ist, findet man immer irgendwo eine: Beim Bäcker, beim Geldautomaten, vor einem Restaurant, oder eben im Supermarkt. Den Grund dafür bemerkt man, wenn man endlich dran ist. Denn kassiert wird im Schneckentempo. Es kommt mir teilweise so vor, dass hier ein Artikel gescannt wird, während in der gleichen Zeit bei Aldi ein ganzer Kunde durchgeschleust wird. Vielleicht liegt es ja daran, dass gefühlt jeder Artikel in seine eigene Plastiktüte gepackt wird. Schwere Sachen, wie z.B. Wasserflaschen werden auch gerne mal in zwei Tüten gepackt, damit sie nicht reißen. Einmal habe ich den Fehler gemacht ohne eigene Stofftaschen oder Rucksack einkaufen zu gehen und hatte dann doch am Ende etwas mehr gekauft. Anschließend die ca 10 Plastiktüten nach Hause zu bekommen war alles andere als leicht. Denn um die MRT (=U-Bahn) zu nutzen, musste ich irgendwie meine EZ-Link Karte (= Fahrkarte) aus der Hosentaschen heraus auf den Scanner bekommen. Es war jedenfalls ein ganz schöner Akt, bis ich daheim war. Seitdem gehe ich nie mehr ohne Rucksack einkaufen und sage immer schön „no bags, please“. Ausser ich brauche mal wieder welche für den Müll.

Mein Einkauf
Sungei Buloh Wetland Reserve

Sungei Buloh Wetland Reserve

Diesen Sonntag war es endlich soweit: Ein ganzer Tag ohne Regen! Das ist momentan – in der Regenzeit – nicht wirklich üblich. Dieses Wetterphänomen haben wir genutzt um einen seit langem gehegten Plan in die Tat umzusetzen. Ausgestattet mit viel Mückenspray, ging es mit der MRT und Bus Richtung Norden zu unserem Ziel: dem Sungei Buloh Wetland Reserve.

Das Sungei Buloh Wetland Reserve ist ein Naturschutzgebiet und Nationalpark im Nordwesten von Singapur. Das Besondere an dem Park verrät schon der Name selbst. Denn bei dem Park handelt es sich um ein sehr großes Feuchtgebiet und Singapurs größtem Mangrovenwald. Von dieser beeindruckenden Flora abgesehen, konnte auch die Fauna überzeugen. Gleich zu Beginn unseres Rundgangs konnten wir im Wasser ein Krokodil erspähen. Die leben da in freier Wildbahn weshalb auch der Umgang mit ihnen auf Schildern erklärt wird.

Ebenso haben wir viele Warane, Eidechsen, Krebse, Wasserschildkröten und Schlammspringer bestaunen können.

Im Park selbst kann man aus vielen, unterschiedlich langen Rundgängen aussuchen, welchen man gehen möchte. Wir haben natürlich alle gemacht und waren gute drei Stunden unterwegs. Das war nicht zu lange, denn als wir wieder in den Bus stiegen, um zurück zu fahren, konnten wir aus der Ferne schon den Donner hören. Das nächste Gewitter war unterwegs.

Oktoberfest 2016

Oktoberfest 2016

Am Wochenende waren wir auf dem Oktoberfest. Klingt komisch, ist aber so. Denn das Paulaner am Clarke Quay ludt dazu ein. Und da ich 2005 – als ich das aller erste mal in Singapur war – praktisch direkt am ersten Abend zum Oktoberfest geschleift wurde, musste ich natürlich nochmal hin.

Der Clarke Quay (ausgesprochen: Clark Key) ist eine der Ausgehmeilen in der Stadt. Gelegen am Singapore River gibt es hier sehr viele Restaurants und Bars. Der zentrale Platz ist eigentlich eine Art Springbrunnen. Für das Oktoberfest wurde dieser aber trocken gelegt und stattdessen Bierbänke und -tische aufgestellt, drum herum Ausschank, Essensausgabe und eine Bühne aufgebaut. Bevor die Kapelle spielen durfte, sorgte aber erstmal eine DJ für Musik. Naja, Oktoberfestmusik stelle ich mir anders vor. Irgendwie finde ich passt wirklich alles besser an Stelle von Techno…

Wir hatten die Hoffnung schon aufgegeben, als nach einer komischen Quizrunde (Frage: „Wie heisst das offizielle Bier am Oktoberfest?“ Antwort: „Oktoberfestbier“) die Musikkapelle endlich angekündigt wurde – aus dem Vereinigten Königreich – … ääääh … genau …

Naja, zu Blaspartymusik tranken wir dann Paulaner „Oktoberfestbier“ aus Plastikbechern und aßen kleingeschnittene Würste und Schweinebraten aus Pappboxen. Als Fazit lässt sich sagen, dass es 2005 etwas originaler rüber kam (richtige Maßkrüge, Weißwurst, bayerische Blaskapelle, …). Lustig war es diesmal trotzdem wieder.

 

 

 

Formula 1 Night Race

Formula 1 Night Race

So schnell geht es und ein ganzer Monat ist seit meinem letzten Beitrag vergangen. Also mal wieder Zeit hier was zu schreiben. Und was böte sich besser an, als die Formel 1, die hier am Wochenende zu Gast war. Also sind meine Eltern (die gerade zu Besuch sind) und ich auf gut Glück Richtung Strecke mit der MRT – also der U-Bahn – gefahren um einen Blick auf das Rennen zu erhaschen. Wir hatten tatsächlich Glück und konnten von einiger Entfernung den Abschnitt zwischen Turn 17 und 18 sehen.

Nachdem wir ein paar Runden zugesehen hatten fuhren wir wieder heim und schauten das Ende am Fernseher an. Da hat man dann doch den besseren Überblick über das Rennen. Das Feuerwerk nach der Zieleinfahrt konnten wir aber sogar noch Live vom Balkon aus erleben.

Fazit ist, es hat Lust darauf gemacht nächstes mal hautnah dabei zu sein… wenn die Tickets nicht so unfassbar teuer wären…

Esplanade – The Lost Box

Esplanade – The Lost Box

Letzten Sonntag war ich mit einem Arbeitskollegen bei einem Konzert einer lokalen Band. Wir haben sie schon zwei mal in einer Bar spielen sehen und fanden sie dort richtig gut. Die Band nennt sich The Lost Box und hat natürlich wie es sich gehört auch ein paar Videos auf YouTube.

Das Konzert fand an der Esplanade im Outdoor Theatre statt. Das ist wirklich ein super Kulisse direkt an der Marina Bay und mit Blick auf das berühmte Marina Bay Sands Hotel. The Lost Box hat gut gerockt und den ein oder anderen Zuschauer zum Tanzen animiert, wie ihr im zweiten Video selbst sehen könnt. 😉

Es war jedenfalls ein sehr schöner und unterhaltsamer Abend. Mittlerweile weiß ich, dass dort jede Woche Freitag bis Sonntag Konzerte gespielt werden. Also werde ich sicher häufiger mal vorbei schauen.

Pulau Ubin

Pulau Ubin

Letzten Freitag hatten wir in der Firma Team-Event. Wir durften Vorschläge machen, und danach wählen was es werden soll. Mein persönlicher Favorit war ja Bossaball. Leider hat es das nicht geschafft. Stattdessen ging es zum Fahrrad fahren nach Pulau Ubin. Das ist eine kleine Insel zwischen Malaysia und Singapur (ja, dazwischen ist tatsächlich noch etwas Platz), die noch zu Singapur gehört. Dorthin kamen wir per Fähre, allerdings ist die Fährstation ziemlich weit ab vom Schuss, so dass ich mich früh mit einigen Kollegen traf, um dann gemeinsam ein Taxi zu nehmen.

Wir wurden mehr oder weniger zufällig in vier Teams aufgeteilt und durften dann gegeneinander in verschiedenen Disziplinen antreten. Die erste hatte es gleich mal in sich: Pünktlichkeit des Teams. Ich war der letzte unseres Teams, der an der Fährstation angekommen ist, wir waren aber trotzdem als erstes Team vollständig – volle Punktzahl.

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Danach ging es rüber auf die (kleinere) Insel. Dort wurden Fahrräder ausgeliehen und wir durften von einer Karte und den Hinweisen schließen, wo wir hinradeln sollten, um dort ein Foto zu schießen. Dabei musste aber genau aufgepasst werden, denn jedes Foto musste bestimmte Kriterien erfüllen: Von Fahrräder mit auf dem Bild über beim Lächeln Zähne zeigen bis zum Handstand war alles dabei. Und dann gab es natürlich noch Punkte für das schnellste Team.

Nach dem Mittagessen kam dann der zweite Teil, bei dem wir in verschiedenen Spielen weiter fleißig Punkte sammeln durften, z.B. Tabu oder Reverse Charade (also alle machen Pantomime und einer muss raten). Danach wurde zusammengezählt und was soll ich sagen – unser Team hat natürlich gewonnen. Tatsächlich gab es auch einen Preis – einen 20 S$ Gutschein von Fairprice, dem lokalen Supermarkt.

Insgesamt war es ein wirklich schöner Tag, bei dem ich auch wegen der duchmischten Gruppen einige Kollegen näher kennenlernen durfte, mit denen ich sonst bis jetzt weniger zu tun hatte.

Einen Kaffee bitte… welchen denn?

Einen Kaffee bitte… welchen denn?

Wenn man heutzutage in einem Cafe schon nicht mehr weiß, was man bestellen soll („ich will doch nur einen Kaffee…“), dann blickt man in Singapur erst recht nicht mehr durch. In den Food Courts gibt es eine riesige Auswahl. Nur muss man selbst wissen, was man bestellt, denn angeschrieben ist es normalerweise nicht. Mit oder ohne Zucker, gesüßte Kondensmilch, Milch in allen erdenklichen Kombinationen. Und es scheint als hätte jede davon ihren eigenen Namen. Hier einige Beispiele, damit es dann klappt, mit dem richtigen Heißgetränk:

  • Kopi: Für Einsteiger der (in Singapur) normale Kaffe mit Zucker und gesüßter Kondensmilch
  • Kopi-C: Der eher westliche Kaffee mit Zucker und Milch
  • Kopi-O: Das ist Kopi ohne Zucker
  • Kopi Kosong: Kaffee mit Zucker aber ohne Milch
  • Kopi Peng: Mein Favorit, das ist nämlich Kopi mit Eis und damit ein leckerer Eiskaffee. Genau das richtige in der Gegend.

Das ist natürlich lange noch nicht alles. Zum einen kann man statt Kopi auch Teh bestellen (Tee natürlich, soweit ich weiß schwarzer), und hier auch in allen möglichen Kombinationen. Zum anderen kann man natürlich auch kombinieren. Ein Kopi-O Kosong Peng ist dann z.B. purer schwarzer Kaffee mit Eis. Darüber hinaus gibt es noch Yuan Yang, ein Mix aus Kopi und Teh. Und um das ganze Abzurunden gibt es auch noch andere Anpassungen, die ich hier nicht aufgeführt habe, weil das den Rahmen sprengen würde (und ich sie auch noch nicht alle kenne). Eine kurze Suche im Internet förderte noch Gao für ein stärkeres und Po für ein weniger starkes Gebräu zu Tage.

Kopi Peng
Kopi Peng

Die Ursprünge dieser Wörter liegen übrigens in verschiedenen Sprachen. So ist Kosong das malaiische Wort für „ohne“ und Peng wohl das chinesische Wort für Eis. Da scheinen aber auch die Singapurer nicht immer ganz durchzublicken woher die einzelnen Wörter stammen. Zumindest muss kurz überlegt bzw. nachgefragt werden.

Gardens by the Bay

Gardens by the Bay

Eine der Sehenswürdigkeiten Singapurs, die man wohl gesehen haben muss ist natürlich Gardens by the Bay. Hier ein paar wenige Bilder. Beim durchschauen der Fotos hab ich festgestellt, dass ich nochmal hin muss und mehr Aufnahmen machen. Aber das sollte kein Problem sein. :-)

Das Angebot

Das Angebot

Im Herbst letzten Jahres fragte mich mein Chef, ob ich nicht für einige Zeit nach Singapur gehen wolle, um dort für meine Firma zu arbeiten.
Grundsätzlich definitiv – dachte ich mir, als ich das Angebot hörte. So besprach ich das Thema mit meiner Freundin und nach einigen Tagen der Überlegungen und Abwägungen entschieden wir uns letztendlich für das Abenteuer Südostasien. Denn wir wussten, dass wir eine Absage früher oder später bereuen würden. Und so lebe, arbeite und wohne ich seit Mai 2016 in Singapur – meine Freundin wird im Oktober nachkommen. Mit diesem Blog möchte ich nun meine Erlebnisse festhalten und mit Euch teilen.